Kurzer Wechsel
Forumtheaterstück
Kurzer Wechsel ist ein Forumtheaterstück für Pflegekräfte und ihre Verbündeten. Es beschäftigt sich mit der Frage, wie möglich – oder eben unmöglich – Streiks in Pflegeeinrichtungen und Krankenhäusern sind. Das Stück basiert auf Interviews mit Pflegekräften und richtet sich sowohl an Pflegende selbst als auch an alle, die sie unterstützen wollen.
Das mobile Team für Streikgymnastik gestaltet dazu einen interaktiven Theater- und Diskussionsabend, der von Methoden des Forumtheaters inspiriert ist. Dabei werden Gespräche über Arbeitsbedingungen in der Pflege angestoßen, Schwierigkeiten rund um das Thema Streik besprochen und verschiedene Formen der Solidarität ausprobiert. Außerdem wird die Rolle von Geschlecht im Gesundheitswesen beleuchtet.
Hintergund
Die Volksinitative Gesunde Krankenhäuser NRW – für Alle! startete im September 2020. Sie fordert den Erhalt gemeinnütziger Krankenhäuser und eine menschenwürdige Gesundheitsversorgung für alle. Die Corona-Pandemie hat den bereits bestehenden Pflegenotstand weiter verschärft; zugleich zeigen sich deutlich die Folgen marktwirtschaftlicher Krankenhausstrukturen und geschlechtsspezifischer Arbeitsteilung.
In Interviews mit Pflegekräften wurde deutlich, wie schlecht sich Sorge an der eigenen Haustürschwelle abstreifen lässt. Das macht es schwieriger Streik als Mittel für bessere Arbeitsbedingungen zu verwenden. Zudem wird Streik in der Pflege in öffentlichen Debatten schnell mit unterlassener Hilfeleistung verknüpft und ist damit besonders moralisch aufgeladen.
Wir schließen uns den Forderungen der Volksinitiative an und stellen die Frage: Wie geht streiken in der Pflege? Mithilfe des Theaterstücks wollen wir über Arbeitsverhältnisse in der Pflege und Widerständigkeit im Berufsalltag sprechen. Das Forum bietet Raum, gemeinsam solidarische Strategien des Miteinander im Alltag und im Arbeitskampf auszuprobieren.
Was ist Forumtheater?
Forumtheater ist ein Format, das vom brasilianischen Theatermacher Augusto Boal entwickelt wurde. Es hat zum Ziel, Machtverhältnisse und Unterdrückungen zu untersuchen und soziale Realitäten zu verändern. Im Forumtheater werden den Anwesenden mehrere Szenen vorgestellt, die unbefriedigend enden oder eine Frage aufwerfen. Angeleitet durch die Moderation werden die Anwesenden ermutigt, die dargestellte Szene im Dialog zu einem besseren Ende zu bringen oder sich direkt in die Szenen einzuwechseln und die Protagonist*in zu ersetzen. So können alternative Handlungsmöglichkeiten ausprobiert werden – von realistisch bis absurd.
Credits
Stückentwicklung von kollektiv.für.sorge:
Konzept & Text: kollektiv.für sorge (Jule Kriesel, Nina Nitzsche, Katharina Dittrich, Felix Giesler, Staeff Günther)
Spiel: Jule Kriesel, Nina Nitzsche, Katharina Dittrich, Felix Giesler, Staeff Günther, Franziska Blickle, Nele Eilbrecht
Interviewpartner:innen: Daky, Claudia, Mischa, Petra, Linda, Josephine, Marion, Sören, Biggi, Susanne, Antonia, Hannah
Grafik: Sam Mühlen
Foto: Patrick Junker
Video: Dominic Sehak
Gefördert von Stiftung Munda, Kulturforum Witten, LAG Soziokultur, Rosa Luxemburg Stiftung NRW
Shows
| 05.09.2021 | Gazometer, Münster |
| 14.09.2021 | Zeche Carl, Essen |
| 18.09.2021 | Kultrubunker, Köln |
| 17.10.2021 | Erkstadt, Witten |
| 15.05.2022 | ZAKK, Düsseldorf |
| 16.05.2022 | Veranstaltungsort, Stadt |